madora gmbh

Research in Crop Sciences & Consulting in Agriculture

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Würdigung Karl Fritz Lauer Leonberg Juni 2018

Karl Fritz Lauer hat sich um die europäische Pflanzenbauforschung und Lehre verdient gemacht.

Fritz Lauer wurde als Sohn eines Lehrers in Sackselhausen Rumänien 1938 geboren. Bedingt durch die Flucht während des Zweiten Weltkrieges begann er seine Schulausbildung in Wien 1944.

Zurück im Banat folgten Volksschule in Săcălaz, Mittelschule für Lebensmittelindustrie und Abendlyzeum in Timisoara mit Abitur.

Das Studium an der Landwirtschaftlichen Hochschule Timișoara mit dem Abschluss als Diplom-Agraringenieur (1965) und Promotion zum Dr. agr. bei Gh. Anghel (1974) schlossen sich an. Es folgten Tätigkeiten beim Katasteramt in Timișoara, Militärdienst sowie die Anstellung in der Landwirtschaftlichen Versuchsstation Lovrin.

Nach der Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland 1981 war er zunächst als Wissenschaftler am Botanischen Institut der Universität Regensburg angestellt und übernahm (1983–1995) die Leitung der wissenschaftlichen Feldforschung von Rhone-Loulenc für Süddeutschland. Nach seiner Pensionierung eröffnete er ein eigenes Forschungsbüro und widmete sich der Beziehung der Agrarforschung Rumäniens zu Europa.

Nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs und Abschaffung der Ceausescu Diktatur war er der Initiator zur Wiederaufnahme der alten Beziehungen zwischen den Universitäten Timişoara/Klausenburg und der Universität Hohenheim. Zusammen mit seinem alten Freund aus Studentenzeiten Rektor Emeritus und Academicus besuchte er Minister Weiser in Stuttgart, die DEULA in Kirchheim und die Firma Hege in Hohebuch und gewann die Ausstattung für das Versuchswesen und Erntemaschinen u.a. mit einem Hege Parzellen Sä gerät und einem Claas Mähdrescher. Darüber hinaus richtete das Land Baden-Württemberg das Pflanzenschutzlabor ein. Er hat auch deutsche Unternehmen dazu gebracht einige seiner Doktoranden zu finanzieren.

Darüber hinaus fand er genügend weitere Sponsoren um die alte von Professor Münzinger Hohenheim initiierte Landwirtschaftsschule in Voiteg bei Timişoara wieder aufleben zu lassen. Zusammen mit Paun Otiman war er Mitinitiator der 2007 wiedereröffneten Landwirtschaftsschule Vojteg, deren Beirat er bis zu Letzt war. Dort befindet sich eine große Gedenktafel mit den Namen Paun Otiman und Karl Fritz Lauer als Initiatoren des Wiederaufbaus der Anstalt.

1991 wurde Fritz Lauer von der Agraruniversität Timisoara zum Honorarprofessor für Pflanzenschutz berufen, auch an der H ochschule in Weihenstephan lehrte er dieses Fach.

Seit 1996 war er zusätzlich Lehrbeauftragter für Herbologie in Freising und leitete als Doktorvater Studenten der Agraruniversität Timișoara bei Forschungsarbeiten und der Anfertigung von agrarwissenschaftlichen Dissertationen an und erhielt selbst eine Ehrenpromotion als Dr. h. c.

Karl Lauer war es der seit den Neunzigerjahren mit jedem neuen Rektor der Universität Timisoara nach Hohenheim kam um die Beziehung mit der Hohenheimer Universität in einem Gespräch mit dem Hohenheimer Rektor zu bestätigen. Auch die Beteiligung der Agraruniversität Timisoara am EU Projekt Biofector gehen auf seine Initiative zurück und selbst in unserem letzten Telefonat drei Tage vor seinem Tod in dem er mir sagte, dass er sich wieder besser fühle hat er darauf gedrängt dass seine Alma Mater Timişoara im Folgeprojekt Biofector unbedingt beteiligt werden sollte.

Dass die dortigen Tomaten und Maisversuche so positive Ergebnisse mit Bioeffektoren ergeben haben ist das Werk unserer Kollegen in Rumänien aber geht vor allem auf die strategischen Überlegungen zum Versuchsanbau auf Karl Fritz Lauer zurück. Er hinterlässt im deutschen Pflanzenschutz, bei der Beziehung Pflanzenbau Deutschland Rumänien und ganz besonders in unserem Projekt Biofector eine große Lücke.

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Manfred G. Raupp